19. Juli 2015

Abseits der Zivilisation

Nach einer Woche im Niemandsland sind wir heute in Helsinki angekommen und können euch wieder berichten, was wir bisher so erlebt haben.

Zuallererst sei erwähnt, dass wir einen sehr wirksamen Schutz gegen Mücken entdeckt haben. Sieht seltsam aus, macht Wanderungen und sonstige Aufenthalte im Freien aber um einiges entspannter.


Die Woche in unserem Blockhaus verlief recht ruhig, was nicht zuletzt daran lag, dass wir fast durchgehend schlechtes Wetter hatten. Unsere bisherige Wetter-Bilanz lautet: 14 Tage Finnland, davon 2 halbe Tage gutes Wetter, ansonsten fast nur Regen. So verbrachten wir also einige entspannte Chill-Tage in unserem Blockhäuschen, haben uns die nächstgelegene größere Stadt Kuopio angeschaut und einige kurze Wanderungen in den umliegenden Nationalparks gemacht. Die Seenlandschaft ist wirklich schön, allerdings ist es schwierig, einen Punkt zu finden, der hoch genug liegt, um das zu sehen. Finnland ist im Vergleich zu Norwegen platt wie ein Pfannkuchen. :-)

Blick vom Puijo-Turm auf Kuopio und seine Seen
Wälder und Wanderwege wie aus dem Bilderbuch

Das Ziel der Wanderung: der Strand Venäjänhiekka

Blick vom Ukko-Koli bis nach Russland
Unsere Freude über ein bisschen Sonne :-)

Gestern haben wir unser Häuschen wieder verlassen und einen Abstecher nach Savonlinna gemacht. Wir waren völlig perplex, als wir dort ankamen und die Sonne von einem nahezu wolkenlosen Himmel schien. Das Thermometer kletterte zwischenzeitlich auf stolze 22°C - neuer Rekord während unserer Reise. Beschwingt beschlossen wir, wieder zu zelten. Doch bereits als wir abends zum Zeltplatz zurückkamen, hingen dunkle Wolken am Himmel und kurz vor Mitternacht fing es auch ordentlich an regnen und hörte bis zu unserer Abreise heute morgen nicht mehr auf. Nun ist unser schönes Zelt doch nass geworden. :-(

Burg Olavinlinna
Blick vom Glockenturm auf Savonlinnas Hafen
Dom von Savonlinna
... hier in der Vogelversion :-)
Abends noch den Bauch vollschlagen
Zweiter Einsatz in Finnland, nur wenige Stunden vor dem großen Wolkenbruch...
Was es in Helsinki zu sehen gibt, erzählen wir euch beim nächsten Mal. :-)

13. Juli 2015

Das Haus am See

Wir wollten euch nur kurz zeigen, wo wir zur Zeit abhängen und uns entspannen. Unser kleines Blockhaus liegt mitten im Nirgendwo umgeben nur von Wald und einem großen See. Wir haben sogar ein kleines Ruderboot (und jede Menge Angelausrüstung).

Mitten im Nirgendwo...
... steht unser Haus am See


10. Juli 2015

Mutha Hubba im Einsatz in Finnland

Leider hat sich das Wetter bis jetzt noch nicht gebessert. Daher ist alles, was wir bisher zu Finnland sagen können: In Finnland regnet's immer. ;-)

Heute haben wir mal einen kleinen Ausflug zur Insel Hailuoto vor der Küste von Oulu. Zwar war der Strand nicht so spannend wie erwartet, aber dafür haben wir das erste Mal in Skandinavien Elche gesehen, gleich drei Stück. Auf dem Rückweg war dann sogar ansatzweise so was wie Sonnenschein zu sehen. Leider hat sich das wieder in Regen gewandelt, als wir auf dem Festland ankamen. Aber nichtsdestotrotz werden wir heute zelten - zu Ehren Ellis, die uns so tatkräftig bei der Vorbereitung der Reise geholfen hat und heute Geburtstag hat. :-)

Blick auf den Mini-Strand auf Hailuoto
Es gibt doch Elche in Skandinavien!!! ;-)
Kurzer Auftritt der Sonne in Finnland
Mutha Hubba NX auf finnischem Boden
Ab morgen sind wir für eine Woche in unserer kleinen Blockhütte in der finnischen Seenplatte. Da wir dort kein Internet haben werden (außer so bissel mit dem Handy), werden wir uns wohl frühestens in einer Woche wieder melden. Bis bald!

8. Juli 2015

Grüße aus Finnland


Letzten Sonntag haben wir einen letzten Ausflug in Norwegen nach Hjemmeluft in der Nähe von Alta gemacht. Bei wundervollem Sonnenschein wanderten wir zwischen tausende Jahre alten Felsmalereien, ließen die letzten Wochen nochmal Revue passieren und genossen die letzten Stunden in Norwegen.

Bucht von Hjemmeluft
6000 Jahre alte "Graffitis" ;-)
Danach ging es nach Finnland. Obwohl wir jetzt schon 4 Tage hier sind, können wir euch leider noch nicht wirklich viel aus Finnland berichten. Das hat zwei Gründe:
1. Es hat seit unser Ankunft in Finnland fast ununterbrochen geregnet.
2. Sobald man hier sein Haus / Zimmer / Auto verlässt, wird man von einer unvorstellbaren Armee von Mücken regelrecht attackiert. Obwohl man uns gedroht hat, haben wir in Norwegen in 5 Wochen keine einzige Mücke gesehen. Doch in Finnland kann man sich vor den Viechern kaum retten. Weder in Vietnam noch in Indien haben wir etwas derartiges erlebt. :-(
Aber das hat auch was Gutes: wir hatten viel Zeit, die Saunen zu testen. Wir hatten tatsächlich in beiden bisherigen Hotelzimmern eine eigene Sauna im Bad. Sogar auf Campingplätzen gibt es kostenlose Saunen.

Nichtsdestotrotz haben wir zwei Ausflüge gewagt. Gestern waren wir im Santa Claus Village und haben den Weihnachtsmann in seinem "Büro" besucht. Interessanterweise gibt es dort mindestens zwei unterschiedliche Weihnachtsmänner, mit denen man sich photographieren lassen kann. :-) Dort haben wir dann auch den Polarkreis wieder überquert. Ab jetzt sollte es also nachts wieder dunkler werden. Heute sind wir zum Aavasaksa nahe der schwedischen Grenze gefahren. Eigentlich wollten wir dort eine kurze Wanderung machen, doch der Angriff der Mücken hat uns bereits nach 2-3 Minuten ins Auto zurückgetrieben.

Einer der Weihnachtsmänner bei der "Arbeit"
Hai Anh bei der spektakulären Überquerung des Polarkreises ;-)
Blick vom Aavasaksa (auf der anderen Flussseite ist schon Schweden)
Grenzbrücke zwischen Finnland und Schweden
Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt, warum wir uns nicht einfach mit hinreichend Mückenspray einreiben und aufhören rumzuheulen. Das Problem sind gar nicht die Mückenstiche, sondern, dass die Viecher einem in Mund, Nase, Ohren und Augen fliegen, so dass man die ganze Zeit nur damit beschäftigt ist, unkontrolliert rumzuhüpfen und mit den Armen zu rudern, und Gefahr läuft, gegen den nächsten Baum zu rennen. ;-)

Unsere bisherigen zwei Stopps in Finnland waren eigentlich nur Zwischenstopps auf dem Weg zu unserem Blockhaus in der finnischen Seenplatte. Morgen nehmen wir die nächste Etappe in Angriff und fahren an die Westküste nach Oulu. Laut Reiseführer soll es an der Küste besser werden, weil Mücken Süß- aber kein Salzwasser mögen. Schauen wir mal, ob das stimmt. Und vor allem schauen wir mal, wie schlimm es in der finnischen Seenplatte wird. Ansonsten machen wir in Finnland eben einen Chill-Urlaub mit viel Schlafen, Essen, Lesen und Saunieren. Action hatten wir in Norwegen schließlich schon genug. :-)

4. Juli 2015

På gjensyn!

Nach 5 Wochen ist heute unser letzter Tag in Norwegen. Es war eine wirklich sehr schöne Zeit und wir haben so viele coole Dinge erlebt. Das Land ist einfach der Hammer und immer wieder einen Besuch wert. Die Liste der Dinge, die wir verpasst haben, ist bereits ziemlich lang, so dass wir wohl mal wiederkommen müssen. :-)

Unsere letzten beiden Tage in Norwegen verliefen recht ruhig. Gestern war Chill-Tag angesagt und wir haben uns lediglich nachmittags ein wenig Hammerfest angeschaut, was immer noch von sich behauptet, die nördlichste Stadt der Welt zu sein. Doch bis auf den schönen Aussichtspunkt und einer Kirche gibt es nicht wirklich viel hier zu sehen. Heute morgen war das super Wetter der letzten Tage auf einmal auf und davon. Trotzdem haben wir die letzte Chance genutzt und eine Mini-Wanderung zum Kirkeporten gemacht. Es war trotz leichten Regen wirklich schön. Man kann durch das "Tor" sogar das Nordkap sehen.

Panoramablick auf "die nördlichste Stadt der Welt"
Kirche von Hammerfest im Stil der Eismeerkathedrale in Tromsø
Daniel im Eismeerportal
Anstoßen auf unseren bisherigen Supertrip
Kirkeporten mit Nordkap im Hintergrund
Im "Kirchentor"
Wir haben uns im Stein verewigt :-)
Kirkeporten mit Blick aufs Nordkap
Morgen fahren wir nach Finnland. Noch haben wir keine so genaue Vorstellung davon, was uns dort erwartet. Wahrscheinlich ist Finnland ganz anders als Norwegen, weil es keine Küste und Fjorde hat. Aber wir werden ganz sicher auch dort eine schöne und erlebnisreiche Zeit verbringen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Auf jeden Fall sagen wir schon mal "På gjensyn Norge!"

3. Juli 2015

Das falsche und das richtige Nordkap

Das wichtigste zuerst: Wir sind am Nordkap angekommen!!! :-)

Nun aber noch mal von vorn: Nach unserem letzten Post verbrachten wir noch einen sonnigen Tag auf den Lofoten, bevor es abends auf die Hurtigruten ging. Wir nutzen den Tag, um noch ein paar schöne Photos von Raftsund zu machen. Dabei hatten wir ein super Timing und konnten zusehen, wie das südgehende Hurtigruten-Schiff durch den Raftsund und in den Trollfjord fuhr. Später sollten wir das Spektakel selbst noch an Bord unseres Schiffes erleben.

Blick in den Raftsund
Hurtigruten im Raftsund
Letzter Blick von der Raftsund-Brücke
Abends gegen 21Uhr bezogen wir endlich unsere Mini-Suite auf der "Richard With". Und die Kabine war ihr Geld wirklich wert. :-)


Mini-Suite: Wohnzimmer
Mini-Suite: Schlafzimmer
Sogar Obstkorb und eisgekühlten Sekt gab's für uns
Fahrt durch den Trollfjord
Wunderschöne Spiegelungen unter der Raftsund-Brücke
Nach der ersten Nacht machten wir einen Zwischenstopp in Tromsø. Da wir nur 4 Stunden Aufenthalt hatten, mussten wir uns auf das Standard-Touri-Programm im Schnelldurchlauf beschränken.

Dom von Tromsø
Eismeerkathedrale
Panorama vom Hausberg Storsteinen
Nach einer weiteren Nacht legten wir um 11:20Uhr endlich im Hafen von Honningsvåg an, von wo aus wir die restlichen 30km bis zum Nordkap wieder mit unserem kleinen (frisch gewaschenen) Audi fuhren.

Endlich angekommen!!!
Nordkap
Aber genau genommen, ist das Nordkap die reinste Mogelpackung. Es behauptet von sich, der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes zu sein. Allerdings liegt es auf einer Insel, so dass es gar nicht zum Festland gehört, sondern lediglich durch einen unterseeischen Tunnel 200m unter dem Meeresspiegel verbunden ist. Und selbst auf besagter Insel gibt es einen Punkt, der nördlicher liegt. Alles Betrug!

So begaben wir uns nach dem obligatorischen Besuch in den Nordkaphallen noch auf die Wanderung zum Knivskjellodden, dem wirklich nördlichsten Punkt der Insel. Da hier Mitternachtssonne herrscht, muss man sich nie Sorgen machen, dass es für irgendwas zu spät ist / zu dunkel wird. Man kann auch noch um 15Uhr bedenkenlos eine 20km-Wanderung starten. :-) Die Landschaft beim Nordkap und auch während der Wanderung unterschied sich grundlegend von allem, was wir bisher in Norwegen gesehen haben. Wir haben die ganze Zeit keinen einzigen Baum gesehen. Nicht einmal kleine Büsche oder Sträucher gibt es. Lediglich hier und da ein bisschen Gras. Und Rentiere in großen Mengen. :-)

Rentierherde
Große Steinmännchen markieren den Weg zum Knivskjellodden
Karge Vegetation... und ein Kreufahrtschiff :-)
Der echte nördlichste Punkt
Das falsche Nordkap (Pfeil im Hintergrund) und das richtige Nordkap (Pfeil im Vordergrund)
Was guckst Du?
Als wir nach der Wanderung zu unserem Hotel in Hammerfest fuhren, kamen uns ungelogen 19 volle Busse entgegen, die in Richtung Nordkaphallen fuhren. Als wir an Honningsvåg vorbeifuhren, sahen wir den Grund: die Aida hatte nach ihrer Nordkap-Umrundung im Hafen angelegt. Was wir gesehen haben, waren wohl die Ausflugsbusse. Was für ein Glück, dass wir vor der Meute da waren.

Inzwischen ist es wieder 02:51Uhr. Unser Rhythmus hat sich auf Grund der Mitternachtssonne komplett verschoben. Man merkt einfach nicht, dass es abends oder gar nachts ist. Und schwups ist es 3Uhr morgens. Aber Frühstück gibt's trotzdem nur bis 10Uhr. Drum sagen wir jetzt mal Gute Nacht!